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Baggern, Bäume und buddeln, buddeln, buddeln...


Bereits vor dem offiziellen Start des Projektes wurden Vorbereitungen getroffen, um eine Art Hügelwall am kompletten Rand der Fläche aufzubauen. Dorfbewohner unterstützten das Vorhaben tatkräftig, indem Heckenschnitt, Erdaushub und Laub in einer langen Reihe abgeliefert wurden. Einen Herbst und Winter lang konnte das Material bereits ablagern.


Dann kam die Förderzusage, ein Minibagger wurde angemietet und ich war zwei Tage lang von morgens bis abends damit beschäftigt, Erde von links und rechts über den Wall zu baggern. Spannend, aber auch anstrengend war es. Stundenlang hoch konzentriert zu sein strengt ähnlich an wie eigene körperliche Arbeit. Parallel dazu begannen auch die Arbeiten an der Webseite. Gut, dass ich zwei Wochen "Urlaub" hatte :o)

Ein freundlicher Landwirt zog uns auf seiner Ackerseite den Erdboden dann glatt, damit der Wildschutzzaun gesetzt werden konnte.


Mit einer Freundin stellte ich diesen dann über die Ostertage auf. Leider ist er nötig, weil die Rehe der Umgebung bereits mitbekommen hatten, dass es schmackhafte Jungbäume zu schälen gab... Das Knotengitter haben wir allerdings kurzentschlossen kopfüber aufgehängt, da wir Kleinsäugern wie Igeln, Kaninchen und Füchsen weiter den freien Zugang zur Fläche ermöglichen wollen. In 10 bis 15 Jahren sind die Bäume und Gehölze dann hoffentlich stark genug, um auch ohne Zaun einem gewissen Wildverbiss standhalten zu können. Dieser Arbeitsabschnitt verlangte uns einiges ab, da eisiger Wind am gesamten Wochenende die Arbeitsmoral auf eine harte Probe stellte.


Direkt im Anschluss kam der erste Schwung der geförderten Obstbäume. 20 tolle alte Apfel-, Birnen-, Pflaumen- und Kirschsorten aus der kleinen Baumschule "Cura et Cultura" von Simon Maurer in Reinstorf. Nun hieß es buddeln, buddeln, buddeln, um die Ballenware möglichst schnell in den Boden zu bekommen. Bis jetzt scheinen sich alle neuen Bewohner wohl zu fühlen und treiben bereits fleißig aus.


Auch eine Nordmanntanne fand den Weg zu uns. Eine Wendländer Familie hatte einen Weihnachtsbaum auf ihrem Grundstück "ausgewildert", brauchte jetzt aber doch den Platz und brachte uns den Nadelbaum, der im Moment das Herzstück der hinteren Fläche darstellt, welche zu einem Agroforst aufwachsen soll. Also noch mehr buddeln ^^


Grundsätzlich freuen wir uns über jedes Gehölz oder jede Pflanze, welche, möglichst einheimisch, in das neu entstehende Ökosystem passt, das hier entsteht. Es wurden bereits Wilde Karden, Echter Fingerhut und Maiglöckchen gespendet, die jeweils als Baumscheibenbepflanzung Verwendung gefunden haben.


Letzte Woche kamen dann 75 Gehölze für den Waldgarten, welcher sich bei uns nicht nur aus Wildobst-, Edelkastanien- und Nussbäumen zusammensetzt, sondern auch aus einigen klassischen Laub- und Nadelbäumen, um einen sanften Übergang zum angrenzenden Wald zu schaffen. Drei Tage, zwei Frauen, ein Erdlochbohrer, einige Meter Wühlmausschutzdrahtgeflecht (tolles Wort fürs nächste Galgenraten) und viele, viele Stunden Buddelei, Erd- und Wassertransport waren nötig, um alle Gehölze auf der Fläche zu verteilen. Da viele der Bäumchen noch recht klein sind, sieht man auf den ersten Blick aus der Entfernung leider noch gar nicht so viel von der reichen Vielfalt. Das ändert sich hoffentlich noch in den nächsten 5 Jahren.


Es gab bereits die Ankündigung, dass der nächste Schwung Gehölze unterwegs ist. Diesmal viele für die Wildobsthecke, welche die ineinander übergehenden Flächen miteinander verbinden und sowohl als Abgrenzung und Windschutzwall dienen, als auch die Funktion eines Vogelschutzhecke übernehmen soll. Außerdem erwarten wir einige Stauden und Bodendecker zur Ergänzung der Baumscheiben und des Walls. Dann heißt es mal wieder buddeln >.< :-D



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